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  • AutorenbildSimone Zipp

Zwei Wahrheiten und eine Prise Phantasie – das arago Team stellt sich vor

In diesem Monat: Simone Zipp, Leiterin Satz und Layout


Nachdem wir im vergangenen Newsletter Näheres über unseren Produktionsleiter Markus Schäfer erfahren haben, stellt uns im aktuellen Newsletter die Leiterin unseres Grafikbereichs, Simone Zipp, drei Geschichten aus ihrem Leben vor. Doch Achtung, wie immer gilt: Nur zwei der nachfolgenden Erzählungen sind wahr und haben sich genau so zugetragen, eine entspringt der reinen Phantasie. Wie gut können Sie unsere Kollegin einschätzen? Raten Sie mit uns mit und sichern Sie sich erneut die Chance auf ein ganz besonderes Spiel (siehe unser Gewinnspiel auf der letzten Seite).



SÜDAFRIKA IM NEBEL


Vor inzwischen 15 Jahren: Südafrika! Wir flogen im Dezember, zur südafrikanischen Sommerzeit, die im November beginnen soll – eigentlich. Doch dazu später mehr. Kapstadt war unser auserkorenes Ziel. Die Zeit vor dem Urlaub war vollgepackt mit beruflichen Projekten. Wir freuten uns daher auf eine Auszeit und hatten viel Ruhe und Erholung am Strand eingeplant. Doch das Wetter hatte andere Pläne. Es war kalt, es war neblig, es war windig. Nicht 1 Tag, nicht 2 Tage, nicht 3 Tage, sondern den ganzen Urlaub hindurch. Am Strand zu liegen, wäre eine einsame Sache gewesen. Nicht einmal ein schottischer Tourist hätte sich das bei diesen Temperaturen und dem eiskalten Wind freiwillig angetan. Unser herbeigesehnter Besuch des Tafelbergs fiel ebenfalls flach: Es wäre schlichtweg nichts zu sehen gewesen, der Gipfel war in dicken Nebel gehüllt. Was uns blieb, war im Hotel ein Auto zu mieten. Der Plan stand fest: Um den Gefahren des ungewohnten Linksverkehrs zu entgehen, sollte uns der Weg direkt aus der Stadt herausführen. Der Plan ging auch auf, die ersten 20 Meter. Dann wurden wir freundlich von der Hoteleinfahrt auf die Hauptstraße herausgewunken. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir ließen es rollen und schauten nach links statt nach rechts. Bereits einen Augenblick später krachte ein einheimischer Autofahrer in unseren Kotflügel. Statt Küstenstraße ging’s nun mit dem beschädigten Auto zur weiteren Ertüchtigung in Sachen Linksverkehr einmal quer durch die Stadt, zur Autovermietung. Der Schaden wurde aufgenommen, die Eigenbeteiligung von uns beglichen, und wir erhielten tatsächlich ein neues Auto zu treuen Händen. Den Tafelberg habe ich bis heute nicht gesehen, entlang der Küstenstraße, auf der linken Spur, hatten wir aber noch einige sehr schöne Urlaubstage.





VERSTEHEN SIE SPASS?


Vor vielen Jahren war ich freiberuflich tätig. Nicht nur für Abstimmungen, sondern auch im Rahmen von Projekten kam es vor, dass ich beim Kunden direkt vor Ort arbeitete. So auch für einen neuen Kunden aus dem Bereich Finanz. Das sehr kurzfristige, telefonische Briefing des Kunden um 17.00 Uhr lautete in etwa wie folgt: »Frau Zipp, kommen Sie bitte ganz dringend bei uns vorbei, heute noch. Es muss eine Kleinigkeit in QuarkXPress (Anmerkung: Das damalige Pendant zu Adobe InDesign) angepasst werden. Eine Kollegin ist vor Ort, sie weiß Bescheid.« Ich machte mich umgehend auf den Weg. Vor Ort eingetroffen, erwartete mich eine Dame aus dem Salesbereich, deren Flieger noch an diesem Abend zu einem wichtigen Meeting nach Moskau abheben sollte. Die Kleinigkeit, die es umzuarbeiten galt, war eine 4-seitige, tabellarische Preisliste. Der Marketing- und auch (leider) der IT-Bereich befanden sich bereits geschlossen im Feierabend. Die Kundin, nervös hinter mir stehend, sah mir über die Schulter, wie ich den Rechner hochfuhr. Nach Öffnen von QuarkXPress reagierte dieser jedoch wie in Zeitlupe. Ein Arbeiten war unmöglich. Ich wich auf Rechner 2 aus, der mir wenig später seine Angewohnheit offenbarte, alle 10 Minuten unvermittelt abzustürzen. Die Kundin wurde mit Blick auf die Uhr immer nervöser, ich wurde immer nervöser. Schließlich gelang es, nach unzähligen, absturzbedingten Neustarts des Rechners, die Datei fertig zu stellen. Fast am Ziel angekommen, das Taxi zum Flughafen wartete bereits an der Straße, offenbarte mir die Kundin ihren Wunsch, die Daten auf CD mitnehmen zu wollen. Ein auch zur damaligen Zeit nicht besonders ausgefallener und eigentlich recht einfach zu erfüllender Wunsch. Das Problem: Weder auf Rechner 1 noch auf Rechner 2 ließ sich ein Brennprogramm finden. Ein Brennen der Daten war nicht möglich. Die Kundin, verständlicherweise kurz vor dem Nervenzusammenbruch, verfiel auf die Notlösung, die angepasste Preisliste in ausgedruckter Form mitzunehmen. Nassgeschwitzt sah ich die Kundin und mich bereits am Ziel. »Ausdrucken? Kein Problem«. Wenige Augenblicke nach dieser Aussage, und nachdem bis zu diesem Zeitpunkt wirklich gar nichts geklappt hatte wie geplant, stand für mich fest: Ich werde an einem der folgenden Samstage bei »Verstehen Sie Spaß« zu sehen sein (damals noch moderiert von Frank Elstner): Denn die PCs konnten keine Verbindung zum Drucker herstellen. Wir waren mit den Nerven und unserem Latein endgültig am Ende. Die Kundin stieg ins Taxi und flog ohne Preisliste nach Moskau (sie wurde ihr nachgeschickt). Ich ging fix und fertig nach Hause, in der festen Gewissheit, nie wieder eine »Kleinigkeit« als Auftrag anzunehmen, ohne zuvor beim Kunden vor Ort einen Technikcheck gemacht zu haben.





DER LOTTOGEWINN


Meine Eltern spielen LOTTO. Ganz klassisch, 6 aus 49. Immer dieselben Zahlen, seit Jahrzehnten. Ich hielt das schon immer für Quatsch. Die Wahrscheinlichkeit von 6 Richtigen mit Superzahl liegt irgendwo bei 1 zu 140 Mio. Geradezu absurd, darauf Geld zu verschwenden. Ich rechnete ihnen häufig vor, welche unglaubliche Summe sie über die Jahre für den Spaß verschwenden. Wenn sie mir vorhielten, ich sei an dieser oder jener Stelle unvernünftig, antwortete ich immer – in meiner LOTTO-Fee-Stimme – mit der Zahlenkombination »3, 13, 18, 24, 39, 41 und Zusatzzahl 6«. Sie spielten jede Woche und freuten sich alle Jubeljahre mal über 4 Richtige, einmal auch mit Superzahl. An einem Oktobertag vor 8 Jahren lagen meine Eltern beide mit Grippe im Bett. Sie baten mich, den Lottozettel abzugeben. Murrend fügte ich mich ihrem Wunsch. Ich gab den Zettel ab und steckte den Beleg gedankenverloren in meine Brieftasche, wie ich es mit allen Belegen mache, da ich eine Abneigung gegen Zettel in Hosentaschen habe, eine Marotte seit meiner frühesten Kindheit. Am Wochenende passierte das Unvermeidliche: 5 Richtige plus Superzahl! Ein Gewinn von fast 34.000 EUR. Ihre Zahlen wurden gezogen! Meine Eltern waren aus dem Häuschen, informierten unverzüglich die ganze Nachbarschaft und Verwandtschaft und auch mich, die ich ja den Lottoschein abgegeben hatte. Ich öffnete meine Brieftasche und fand: Beleg um Beleg um Beleg, aber nicht den Lottobeleg. Mir wurde abwechselnd heiß und kalt. Ich durchsuchte die Brieftasche immer und immer wieder, die Handtasche, das Auto, meine Jacke, den Ordner, in dem ich meine Belege abhefte, die ganze Wohnung, den Weg von der Lottoannahmestelle zum Parkplatz, den Weg vom Parkplatz in die Wohnung – nichts zu finden. Verzweifelt, den Tränen nahe und ohne große Hoffnung ging ich zum Wäschekorb und zog die Jeans heraus, die ich bei der Abgabe des Lottoscheins anhatte. Ich griff in die Gesäßtasche und brach vor Erleichterung in Tränen aus: Da war er, der Annahmebeleg. Wann immer ich etwas vergesse, bekomme ich seitdem zuhause zu hören, in der LOTTO-Fee-Stimme meiner Eltern: »3, 18, 24, 39, 41 und Zusatzzahl 6«.




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