• Hans-Joachim Wisser

Zwei Wahrheiten und eine Prise Phantasie – das arago Team stellt sich vor

In diesem Monat: Hans-Joachim Wisser,

stv. Vorsitzender des Aufsichtsrats


In unserem aktuellen Newsletter erfahren Sie mehr über unseren Aufsichtsrat Hans-Joachim Wisser und darüber, dass sich ein hippiemäßiges Vagabundenleben und eine Karriere, die ihn bis in die höchsten Ebenen der internationalen Finanzindustrie geführt hat, nicht ausschließen müssen. Seine Erlebnisse sind so reichhaltig und stellenweise so unglaublich, dass wir ihnen mit Freude ein wenig mehr Platz eingeräumt haben. Doch Achtung, wie immer gilt: Nur zwei der nachfolgenden Erzählungen sind wahr und haben sich genau so zugetragen, eine entspringt der reinen Phantasie. Wie gut können Sie Herrn Wisser einschätzen? Raten Sie mit uns mit und sichern Sie sich erneut die Chance auf ein ganz besonderes Spiel (siehe unser Gewinnspiel auf der letzten Seite).



Ein Sack voll Gold/Durban Poison: 2 bemerkenswerte Ereignisse innerhalb von 24 Stunden


Während meiner 2-jährigen Weltreise (rucksackmäßig) zwischen 1979 und 1981 war ich in Südafrika per Anhalter unterwegs, von Durban aus kommend in Richtung Umtata (heute Mthatha), Hauptstadt der Transkei, das eines der sog. »Homelands« war, in denen die schwarze Bevölkerung Südafrikas schon damals eine gewisse Autonomie besaß. Mein Aussehen eher hippyhaft mit recht langen Haaren. Gegen Nachmittag nahm mich vor dem Dunkelwerden zum Glück noch ein Kleinlaster mit, dessen Fahrer John recht vertrauenerweckend aussah. Er besaß in der Gegend eine Farm, einen Supermarkt sowie einige andere Läden und lud mich spontan ein, in seinem Farmhaus zu übernachten, was ich dankend annahm. Dort tranken wir Bier, während seine Frau uns Koteletts zubereitete. Zu späterer Stunde, und einigen zusätzlichen Bieren, holte John plötzlich aus einem Nebenzimmer einen kleineren Sack und schüttete dessen Inhalt vor mir auf den Tisch. Dabei kamen etwa 200 »Krugerrand«-Münzen im damaligen Gegenwert von ca. 100.000 US$ zum Vorschein, jeder Krügerrand bekanntlich eine Feinunze Gold. So viel Gold auf einem Haufen hatte ich bis dahin noch nicht gesehen. In diesem Moment schien John bewusst zu werden, dass er mich gerade erst sozusagen von der Straße aufgelesen hatte und mich eigentlich gar nicht kannte. Schnell packte er seine Goldmünzen wieder ein und verließ erneut den Raum, um wenig später mit einem riesigen Gewehr in der Hand zurückzukommen. Dieses, so sprach er mit ernster Miene, würde er durchaus hin und wieder benutzen, wobei er offen ließ wofür. Der Stimmung tat dies aber keinen Abbruch, und der Rest des Abends verlief harmonisch.


Am nächsten Morgen, jetzt wieder auf der Hauptstraße, hielt auf einmal ein Polizeiauto mit 2 Polizisten auf den vorderen Sitzen. Sie boten mir freundlich an, mich bis nach Kokstad, was meiner Richtung entsprach, mitzunehmen. Ich müsse allerdings hinten Platz nehmen. Dabei zeigten sie auf den käfigartigen Aufbau am Heck ihres Jeeps. »Kein Problem«, erwiderte ich gelassen, und begab mich sogleich zum hinteren Teil des Fahrzeugs. Erst jetzt bemerkte ich, dass dort bereits jemand saß und war nicht mehr ganz so locker. Es war ein schwarzer Gefangener, der, so erläuterten mir die Polizisten, in die Haftanstalt von Kokstad verlegt werden sollte. Man öffnete mir also die Gittertür, ließ mich einsteigen und schloss hinter mir wieder von außen ab. In diesem Augenblick wurde mir dann doch etwas mulmig. Der andere »Fahrgast« blieb jedoch die ganze Fahrt über friedlich. Unser einziger Wortwechsel war seine Frage an mich, ob ich »Durban Poison« – ein gängiger südafrikanischer Slang-Ausdruck für Marihuana – dabei hätte. Ich verneinte, fragte mich aber, wie dreist man wohl sein musste, um ausgerechnet auf der Rückbank eines Polizeiwagens um Rauschgift zu betteln.



Auf dem Kinderkarussell in Südfrankreich


Zur Abwechslung eine Kurzgeschichte, sozusagen ein Zweizeiler. Vermutlich wird die Beurteilung »wahr oder unwahr« den meisten sehr leicht fallen, oder? Im September 2018, dem Kindesalter bereits deutlich entwachsen, entschied sich der gesamte Vorstand und Aufsichtsrat der arago Consulting, einige Runden auf einem Kinderkarussell in St. Tropez zu fahren. Und so wurde es auch durchgeführt.




Golfen mit James Bond oder Segeln mit George W. Bush


Eine fantastische Geschichte, fast zu fantastisch!!?? Aber es macht die Lösung nicht einfacher: Im Jahre 2001 folgte ich einer Einladung zu einer Investment-Konferenz in eine der exklusivsten »Communities« (Privat Residenzen) der Welt, dem Lyford Cay Club auf New Providence Island, einer Insel der Gruppe der Bahamas. Wikipedia informiert hierzu, dass das MONATLICHE Pro-Kopf-Durchschnittsnettoeinkommen jedes einzelnen Bewohners dieser Anlage (also auch Kinder mit eingeschlossen) über 1 Million Dollar betrage. In diese Anlage bekommt nur Einlass, wer dort wohnt oder eine persönliche Einladung von einem Bewohner erhält. Ich selbst hatte das Privileg, schon einige Male in dieser Anlage gewesen zu sein, insbesondere zu Aufsichtsratssitzungen, die dort stattfanden. Abgesehen davon kenne ich aber auch einige Bewohner dieser Anlage, wie z. B. die legendären Investoren Sir John Templeton (inzwischen verstorben) und den Hedgefondsmanager Mark Holowesko als auch den früheren Finanzminister der USA Nick Brady (letzterer war in die Geschichte eingegangen als der Erfinder der dann nach seinem Namen benannten »Brady« Bonds), die bei der Finanzierung von den sogenannten »Schwellen-Ländern« (damals insbesondere südamerikansiche) in den 80er Jahren selbige Finanzierungen revolutionierte. Am Rande sei noch erwähnt, dass ich bei einigen europäischen Aufsichtsratssitzungen sowohl Nick als auch Mark mindestens 2mal im Jahr traf, und mit letzterem des öfteren für einige Tage in Europa unterwegs war. Übrigens - und was jetzt kommt - wissen nur wenige Menschen in der Welt: Nick Brady gründete nach seiner politischen Karriere seine eigene Investmentfirma und nannte selbige »Darby Invest«; dem aufmerksamen Leser dieser Zeilen wird auffallen, dass sich sein Nachname in dem Namen seiner Firma widerspiegelt! Erkannt?


Diesmal war es eine Investment-Konferenz der besonderen Art, die sich halt an diesem unglaublichen Platz nahezu aufdrängte. Ein Teil der Konferenzteilnehmer wohnte sowieso hier in dieser Anlage, und bei der abendlichen Cocktailparty mit anschließendem Dinner traf man auf eine durchaus illustre Gesellschaft. Ich war gerade bei der Cocktail-Party mit Mark Holowesko und dessen Frau Linda im Gespräch, der neben seiner überragenden Investmentexpertise auch sportlich sehr aktiv ist. So vertrat er oft die Bahamas auf Segelwettbewerben, sowohl bei verschiedenen olympischen Spielen als auch bei den Kieler Regattawochen, die er regelmäßig besuchte. Hiermit noch nicht genug: Das Magazin »Men‘s Health« wählte Mark Holowesko im Jahre 2011 in einer Titelgeschichte »The World‘s Richest and Fittest Guys« auf Platz Nr. 5. Und 1992 war er bereits als der jüngste unter den weltbesten Invemstment Managern seiner Generation vom Fortune Magazin geehrt worden.


Zurück zur Cocktailparty in Lyford Cay. Meine Unterhaltung mit Mark Holowesko und seiner Frau Linda wurde unterbrochen, als Sean Connery mit einem Drink in der Hand (nein, es war kein Martini geschüttelt) auf uns zu spazierte und Mark Holowesko begrüßte, der mich dann seinerseits mit Sean Connery bekannt machte. Sean hatte in natura dieselbe Ausstrahlung wie in den Bond-Filmen. Ich realisierte einmal mehr, dass er die Rolle sozusagen lebte, wenn auch hoffentlich ohne die »Lizenz zum Töten«. Wir plauderten noch ein wenig, und ich hatte das unglaubliche Glück, dass mich Mr. Bond, James Bond, zu einer Runde Golf am nächsten Vormittag einlud, wo eine Abschlagszeit von 8.30 Uhr auf seinen Namen reserviert war und ich der Vierte in dieser Runde wäre. Solange – so sagte er zu mir in total ernst gemeintem Ton – ich nichts Besseres vorhätte. »Solange ich nichts Besseres vorhätte??« Ich musste innerlich laut loslachen. Ich konnte mir in der ganzen Welt zu diesem Zeitpunkt nichts Besseres vorstellen, als mit Sean Connery im Lyford Cay Club eine Runde Golf zu spielen. Aber hier unterschätzte ich den Lyford Cay Club. Es konnte noch so viel passieren. Und es passierte.



Als um 20.00 Uhr zum Dinner »geläutet« wurde und ich im Aushang sah, an welchem Tisch ich saß, fiel ich fast vom Glauben ab. Denn mein Tischnachbar war George H. W. Bush, ehemals Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und bis zum Jahre 2000 der mächtigste Mann der Welt. Mir war natürlich bekannt, dass er bei dieser Konferenz mit dabei war, denn alle Teilnehmer waren in der Einladung mit aufgeführt, und die meisten wussten, dass er in einem Privatjet der Marke Gulfstream angereist war. Dass ich jedoch beim Dinner an einem Tisch mit George H. W. Bush sitzen würde (okay, es war ein Achtertisch, aber er war mein unmittelbarer Tischnachbar), hätte ich nicht für möglich gehalten. Zuerst dachte ich mir, dass die Personen an den Tischen vielleicht ausgelost waren. Aber das wäre sicherlich bei dem Tisch des ehemaligen Präsidenten nicht der Fall gewesen. Im Gegenteil: wahrscheinlich waren alle Personen an Bush’s Tisch vorher besonders gescreent worden. Insgeheim dachte ich mir, dass Bush vielleicht bei all den »High Flyern«, die sich auch gerne als »Master of the Universe« bezeichneten und teilweise auch entsprechend laut auftraten, mal einen einigermaßen normal gebliebenen Investment-Experten aus Europa kennenlernen wollte, als den ich mich selbst sah.


Am Ende des Abendessens war nichts mehr so wie vorher. George W. machte mir klar, dass ich am nächsten Tag zusammen mit ihm und Mark Holowesko auf Mark’s Yacht auf einen Segeltörn gehen würde. Meinen zurückhaltenden Einwand, Sean Connery hätte mich zu einer Runde Golf mit zwei weiteren Golfern eingeladen, wischte er einfach vom Tisch. Sean Connery, der seit den 60er Jahren, also den ersten Bond Filmen, ein Haus in Lyford besaß, musste halt hinter dem Präsidenten zurückstehen. Übrigens lernte ich schnell, dass die Ex-Präsidenten auch nach ihrer Amtszeit noch mit Mr. President angeredet werden ( wollen). Bush’s Original Wortlaut an mich war übrigens: Mit »Mr. Bond könne ich immer noch mal Golf spielen. Der hat leicht reden, dachte ich bei mir. Aber so ist das Leben. Und ich hörte mich in meiner Fantasie sagen. »Sorry, Mr. Bond, may be next time.« Leider gab es kein zweites Mal, man kann nicht alles haben. Sean Connery starb im Jahr 2020 in seinem Haus in Lyford Cay. Zurück zum Segeltrip: Noch mit dabei auf dem Boot: ein (Ehe-???) Paar aus Russland, er mit dem Vornamen Boris, Mitglied in der Dumas, dem russischen Parlament, und sie mit typischem russischen Vornamen (Natascha??), den ich leider vergessen habe. Aber ansonsten trafen alle Klischees zu: sie eine Winzigkeit zu jung für Boris und auch ein wenig zu gutaussehend. Aber wer bin ich, solches zu bewerten. Und natürlich noch zwei Secret Service Agenten, die auf Mr. Bush aufpassten.


In der folgenden Nacht hatte ich einen Traum: Ich war auf meiner Weltreise, hippiemäßig mit langen Haaren und mit kleinem Zelt und per Anhalter in Südafrika unterwegs, als plötzlich eine Gulfstream auf der Straße landeten und der Ex-Präsident der USA, George H. W. Bush, mir eine Mitfahr (flug) Gelegenheit anbot...





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